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Unsere Tiere

Abschied von Max

Am 15. März 2017 mussten wir Max schweren Herzens gehen lassen und erlösen. Er litt immer wieder an schweren Schlundverstopfungen. Erst waren sie nicht gravierend, und wir konnten ihm selbst helfen. Dann aber wurden sie bei ihm so schlimm, dass wir den Tierarzt rufen mussten.


Ein Beitrag von Yvonne Goltz

Leider neigen Friesen im Alter oft zu einer Absackung der Speiseröhre. Er hatte immer wieder Probleme, das Futter blieb immer wieder in seinem Schlund stecken. Egal, was wir ihm zu fressen gaben, selbst bei eingeweichten Heucobs (sogar sehr flüssig) bekam er immer wieder eine Schlundverstopfung. Wir sahen ihm an, dass er schon Angst hatte zu fressen und zu trinken. Bei einer Schlundverstopfung kann ein Pferd nicht mehr schlucken. Viele Pferde sind sehr empfindlich, wenn es ums Futter geht. Das liegt daran, dass sie in freier Wildbahn ständig kleine Mengen an Futter vom Boden fressen. Bekommt das Pferd nun größere Mengen an Futter serviert, kann es zu Problemen kommen. Unser Max ging tagsüber immer auf die Wiese. Morgens, mittags und abends bekam er Heu. Morgens freute er sich auf ein paar Möhrchen, Äpfel oder Rote Bete.

Gerade beim Füttern von Möhren und Äpfeln ist darauf zu achten, dass diese nicht zu klein geschnitten werden, weil ein Pferd das Futter ordentlich kauen muss.

Schlundverstopfungen sind tückisch

Typische Symptome für eine Schlundverstopfung sind Unruhe, plötzliche Appetitlosigkeit, ständiges, krampfhaftes Schlucken, starkes Speicheln und Futterbrei, der ausgehustet wird oder aus der Nase läuft. Um die Schlundverstopfung herum bildet sich meist ein Krampf in der Muskulatur der Speiseröhre. Das ist für das Pferd sehr schmerzhaft.

Unser Max hatte am Hals dann immer eine große Beule. Hat ein Pferd eine Schlundverstopfung, sollte man sofort einen Tierarzt rufen. Der wird zuerst den Hals abtasten, um festzustellen wo die Blockade sitzt. Dafür gibt es drei typische Stellen: direkt unter dem Kehlkopf, am Eingang des Brustkorbs und an der Stelle, an der die Speiseröhre durch das Zwerchfell tritt. Ist die Blockade gefunden, wird der Tierarzt versuchen, sie zu lösen. Liegt die Blockade relativ weit oben, kann er mit speziellen Sonden versuchen, sie zu lösen. Zusätzlich werden meist Schmerzmittel und ein krampflösendes Mittel gespritzt. Klappt das nicht, wird er eine Nasen-Schlund-Sonde legen und versuchen, die Verstopfung frei zu spülen. Dazu kippt er immer wieder Wasser über einen Trichter in die Sonde. Diese Prozedur wird mehrmals wiederholt. Für das Pferd ist diese Prozedur sehr schmerzhaft und unangenehm. Klappt das Freispülen nicht, muss das Pferd in eine Klinik. Dort wird dann unter Narkose versucht, die Blockade mit einem Endoskop und weiteren Spülungen zu lösen. Im Extremfall muss der Fremdkörper chirurgisch entfernt werden. Das ist allerdings nicht immer möglich und sehr heikel. Deshalb ist es wichtig, den Tierarzt schnell zu rufen. Denn je länger die Speiseröhre verstopft ist, desto mehr schwillt sie an. Dann kann man die Blockade immer schwerer lösen. Besteht die Schlundverstopfung länger als sechs Stunden, kann das Gewebe an dieser Stelle absterben. Dann bilden sich Narben, die das Pferd noch anfälliger für eine Schlundverstopfung macht.

Für unseren Friesen Max war diese Prozedur immer wieder so schmerzhaft, dass es ihm von Tag zu Tag immer schlechter ging. Er wollte nicht mehr fressen und trinken. Max wird uns für immer in schöner Erinnerung bleiben. Er war bei allen Kindern immer sehr beliebt, weil er sich zu gerne verwöhnen und kuscheln ließ. Wir werden unseren Max nie vergessen!