Ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier e.V. und dem Verein Lottihof für Kinder und Tiere

Unser Hoppeldorf

Foto: © aktion tier Lottihof

Im Hoppeldorf, einer großen eingezäunten Freifläche mit Kaninchenhäusern, ist immer eine Menge Trubel. Zurzeit sind dort acht Kaninchen, ein Zwergwidder und acht Zwergkaninchen zuhause, die in zwei Gruppen leben. Der Zwergwidder Jeff ist mittlerweile acht Jahre alt und ist ein Abgabetier, der aus Zeitgründen zu uns gekommen ist. Die acht Zwergkaninchen haben wir von einer Hamburger Familie aufgenommen, die wegen Umzugs die Tiere nicht mitnehmen konnten. Da wir zwar genug Freiflächen haben, aber keinen Stall, spendete die Familie eine neue Blockhütte.

Letztes Jahr wurden im Wald drei Kaninchen in einer Kiste ausgesetzt, eine war davon schon trächtig und ein paar Wochen später hatten wir noch vier Jungtiere dazu. Die Jungtiere sind mittlerweile in eine Freiland- und Gruppenhaltung vermittelt. Zwei weitere hatten wir aus einem Kinderzimmer aus Berlin übernommen, deren Anschaffung unüberlegt war. Ein weiteres aus Hamburg, das in Alleinhaltung auf einem Balkon gelebt hat.

In unseren zwei Freigehegen, die ca. jeweils 120 qm groß sind, haben die Kaninchen jeweils eine Blockhütte mit ca. 8-12 qm. So groß sollten Freigehege und Ställe für so viele Tiere sein, um genug Rückzugsmöglichkeiten für jedes Tier zu gewährleisten. Im Freigehege sind noch Quarantäneställe für Krankheitsfälle oder Neuzugänge. Ebenfalls sind genügend Kleinhäuser, Baumstämme und aufgeschichtete Zweige zum Verstecken im Gehege. Die Fütterung erfolgt morgens mit viel frischem Obst und Gemüse, Heu und Frischwasser, abends füttern wir eine kleine Portion Haferflocken oder Trockenfutter und nutzen dies gleichzeitig zum Einsperren der Tiere. Nachts bleiben sie bei uns im Stall, um sie vor Fuchs oder anderen Gefahren zu schützen. Tagsüber können sie immer raus oder sich jederzeit in den Stall zurückziehen. Der Zaun muss bei einem Freigehege mindestens 50 cm tief eingebuddelt werden und falls kein Baumschutz o.ä. vorhanden ist, muss man vor Raubvögeln schützen. Die Blockhütten streuen wir erst mit Sägespänen und obendrauf mit Stroh ein. Am Wochenende werden alle Ställe ausgemistet und das Freigehege gründlich abgeharkt. Alle Futter- und Wasserschalen werden abgewaschen. Auf dem Lottihof helfen uns dabei immer ganz viele Besucherkinder. Regelmäßig werden neu frische Äste in die Gehege gelegt zum Knabbern, dies ist für das Abnutzen der Zähne wichtig.

Wir bekommen regelmäßig Anfragen zur weiteren Aufnahme von Kaninchen. Dies müssen wir nur leider zurzeit ablehnen, da die Gruppenstärke ausgelastet ist. Häufig sind Allergien der Abgabegrund oder das Zweittier ist verstorben, sodass eins alleine ist. Leider wollen viele Besitzer dann kein neues Zweittier von uns aufnehmen, sondern nur ihres abgeben. Dabei ist es gar nicht so schwierig, Kaninchen aneinander zu gewöhnen. Der Stall muss gründlich gereinigt werden, um einen neutralen Geruch herzustellen und wir stellen in den Stall den Neuzugang in einen separaten Kaninchenkäfig, damit sich die Tiere gegenseitig beschnuppern können. Meistens kann man schon nach drei Tagen den Neuzugang rauslassen.

Wir würden uns wünschen, dass viele Menschen sich vorab gründlich über die Haltung von mindestens zwei Kaninchen informieren, Allergien aller Familienmitglieder vorab prüfen. Man kann für Freunde eine Urlaubs- oder Krankheitsversorgung ihrer Tiere übernehmen und sich für einen überschaubaren Zeitraum in Kaninchenhaltung üben.