aktion tier LottihofBegegnungsstätte für Kinder und Tiere
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aktion tier Lottihof

Von Hühnern und Mäusen

Der aktion tier Lottihof nimmt immer mal wieder „ausgediente“ Legehennen bei sich auf, um ihnen ein Zuhause ohne Lege-Stress zu schenken. Die Hühner kommen meist in keinem guten Zustand auf dem Hof an und haben dann aber Zeit, sich zu erholen und können ein artgemäßes Leben führen.

„Ausgediente“ Legehennen auf dem aktion tier Lottihof
Der aktion tier Lottihof kümmert sich immer wieder um „ausgediente“ Legehennen und schenkt ihnen ein Zuhause. Foto: Sandy Both

Vor zwei, drei Jahren übernahm der aktion tier Lottihof wieder einige Hennen, um ihnen nach dem Legeund Unterbringungsstress doch noch ein schönes und vor allem artgerechtes „Rentner-Dasein“ zu ermöglichen. Nach gut einem Jahr Ausbeutung ist jedes Huhn ausgelaugt und wird ausgetauscht gegen ein neues, das die Tierqual ertragen muss. Wenige Tiere haben Glück und können ihren verdienten Ruhestand genießen. Teils zerrupft, mit abgebrochenen Federn – manche Stellen kahl und gerötete Haut zeigend – kamen sie hier an. Oft ein trauriges Bild, das einen empathischen Menschen und Tierfreund erschaudern lässt. Ein Wunder, dass die Tiere nicht scheu waren nach all den Torturen.

Interessant war es zu beobachten, wie die Hennen das allererste Mal Gelegenheit bekamen, im Sand oder im Gras zu scharren und in der Sonne zu baden.

Hier waren sie das allererste Mal in ihrem Leben glückliche Hühner! So gut wie immer erholen sich die Tiere bei entsprechendem Futter und aufmerksamer Pflege, und spätestens nach der nächsten Mauser ab Ende des Sommers bis weit in den Herbst hinein, haben die Hennen ihr vollständiges Federkleid, so wie die Natur es für sie vorgesehen hat. Nach den Kosten der Behandlung fragt keiner auf dem aktion tier Lottihof. Es ist hier selbstverständlich, dass einem tierischen Freund geholfen wird. Ein Akt, was so manchem Landwirt oder Züchter ein Kopfschütteln oder ein verständnisloses Lachen abringt.

Bernd Schlösser mit einem der Hühner.
Bernd Schlösser mit einem der Hühner. Foto: aktion tier Lottihof

Maus-Alarm auf dem Lottihof

Beim Thema „Mäuse“ gibt es grundsätzlich zwei Kategorien von Menschen:

  1. Diejenigen, die Mäuse ablehnen, sie als Ungeziefer bezeichnen und nie eine anfassen würden, und
  2. diejenigen, die Mäuse absolut niedlich finden und ihnen ein (hoffentlich) artgerechtes Zuhause bieten oder sich dies vorstellen könnten.

Zur zweiten Gruppe gehöre eindeutig ich! Es geht hier jetzt speziell um Farbmäuse. Schon als 10jähriger hatte ich zwei dieser putzigen Flitzpiepen. Damals, Anfang der 1970er Jahre, hatten es die beiden Tierchen sicherlich nicht leicht mit mir. Man (ich und auch die Erziehungsberechtigten) hatte keine Ahnung von der Haltung ... und zum Tierarzt mit einer Maus … undenkbar. Aber wir waren lernwillig. Jetzt weiß ich es viel besser, und meine Nasenbären bei mir Zuhause haben es, hoffe ich, sehr gut. Leider kann ich sie nicht fragen. Aber an ihrem Gesichtsausdruck erkenne ich eine gewisse Zufriedenheit.

Zur Mäusehaltung gehört nicht nur viel Zuwendung und Interesse, sondern eine Menge Fachwissen.

So ein kleines Tier braucht nicht viel? Ha-ha-ha, das vergessen Sie mal ganz schnell wieder! Besonders, wenn die geliebten Tierchen tierwohlgemäß gehalten werden. Und Mäuse werden niemals alleine gehalten, sondern immer wenigstens zu sechst! Lasst euch nichts Anderes erzählen. Und Geld kostet das Ganze auch. Nicht nur die Einrichtung, wie ein Nagarium, Spielzeug, Futter usw.: Die Tierarztkosten sind nicht unerheblich und können schnell dreistellig werden, wenn die Lieblinge krank sind. Ja! Mit einer Maus zum Tierarzt! Mit dem Hund oder der Katze geht’s doch auch zum Tierarzt, oder?

Übrigens: Die männlichen Farbmäuse (man nennt sie Böckchen) werden in der Regel kastriert. Wenn Sie mal auf dem aktion tier Lottihof sind, erzähle ich Ihnen, warum man das machen sollte. Das führt jetzt zu weit. Meine Meise für Mäuse blieb hier auf dem Hof natürlich nicht verborgen. Nachdem ich bereits gut drei Jahre hier als ehrenamtlicher Helfer wirkte, sagte mir Tina (unsere Chefin hier), dass sie Mäuse absolut niedlich findet. Dori (andere Chefin) mag Mäuse nicht. Naja, muss sie ja nicht. Dori findet Pferde niedlich. Ich ja auch. Mäuse haben gegenüber Pferden den Vorteil, dass sie einen nicht treten können. Aber ordentlich beißen können Mäuse auch.

Es gibt so viele Farbmäuse, die ein neues, schönes Zuhause suchen.

Dazu bedarf es keiner Zoohandlung. Das Lottihof-Mäuse-Zuhause, das wir gebaut haben, ist doch etwas größer, als es in eine normale Wohnung passt, und so konnten bis zu 20 Nager einziehen. Schön eingerichtet mit allerlei Kletterzeug, viel Einstreu, reichlich artgerechtem Futter und zwei Nippeltränken. Sechzehn Pieper sind es dann geworden. Mäuse müssen vergesellschaftet werden; man darf sie nicht einfach zusammensetzen, weil ihr Revierverhalten sehr stark ausgeprägt ist. Wird dies nicht beachtet, gibt es meistens böse Bissverletzungen oder endet sogar mit dem Tod einiger Tiere. Es gibt mehrere Methoden, mit denen die Tiere erfolgreich zueinander geführt werden können.

Eigentlich freuten wir uns auf ein reges Treiben der „Nasenbären“, das jeder gut beobachten konnte. Meistens aber blieben sie versteckt, und nur ab und zu sah man eine von Loch zu Loch huschen oder die Nase aus dem Streu heraus stecken. Mäuse sind nachtaktiv und kommen meist erst im Schutz der Dunkelheit aus ihren Verstecken heraus. Oder, wenn sie Vertrauen haben und mehr an den Menschen gewöhnt sind. Wir arbeiten daran.