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Regenwetterbeschäftigung: Zeit, Nistkästen aufzuhängen!

Unsere FÖJ-lerin Nordi baut Nistkästen zusammen. Eigentlich wollten wir das mit unseren Besucherkindern, Kitas und Schulklassen letztes Jahr schon erledigt haben, aber da kam das Besuchsverbot dazwischen. Morgen werden dann die Ersten bei uns auf dem Lottihof aufgehängt. Wer noch einen für sich zu Hause haben möchten, kann gern einfach vorbeikommen.

Nistkästen auf dem aktion tier Lottihof. Foto: © aktion tier Lottihof

Es ist höchte Zeit, um Nistkäste für Wildvögel aufzuhängen. Denn unsere gefiederten Nachbarn gehen schon sehr früh im Jahr auf die Suche nach geeigneten Nistmöglichkeiten. Obwohl man im Grunde das ganze Jahr über Nistkästen aufhängen kann, bietet sich das zeitige Frühjahr besonders an, um die Tiere beim Brutgeschäft zu unterstützen.

„Vor allem die in Höhlen nistenden Vogelarten wie Blau- und Kohlmeise, Star, Kleiber und Gartenrotschwanz finden kaum noch geeignete Plätze zum Nisten“, sagt Ursula Bauer von aktion tier und ergänzt: „Alte und morsche Bäume mit natürlich entstandenen oder von Spechten gemeißelten Hohlräumen sind kaum verfügbar, da sie in der Regel schnell gefällt werden“.

Die unterschiedlichen Vogelarten bevorzugen meist auch unterschiedliche Typen von Nistkästen. Daher sollte man genau beobachten, welche Vögel in der Umgebung leben und dann erst das Passende besorgen. Oft muss auch der Durchmesser des Einfluglochs zur Körpergröße passen. Nistkästen mit sehr kleinem Einflugloch zwischen 25 und 28 mm werden beispielsweise von kleinen Meisenarten wie Blau-, Hauben- und Tannenmeise bevorzugt. Kleiber, Kohlmeise und Spatz suchen dagegen Nistkästen mit größeren Eingängen zwischen 32 und 35 mm Durchmesser aus. Es gibt auch Vogelarten wie beispielsweise Hausrotschwanz, Bachstelze, Zaunkönig und Amsel, die mit höhlenartig geschlossenen Nisthilfen nicht viel anfangen können und nur sogenannte Halbhöhlen mit großem, offenem Eingangsbereich beziehen.

„Ein Nistkasten sollte immer geöffnet werden können, denn aus hygienischen Gründen muss im September das alte Nest entfernt und das Innere gründlich gereinigt werden“, sagt Dipl. Biologin Ursula Bauer. Die sauberen, wieder aufgehängten Kästen dienen anschließend Vögeln und kleinen Säugetieren als Übernachtungsmöglichkeit oder Winterquartier. Kleine Stahlblenden um das Eingangsloch schützen zum Beispiel vor Spechten und Eichhörnchen, die Vogelküken gelegentlich auf ihrem Speiseplan haben.

Die Zahl der Nistkästen sollte dem vorhandenen Raum und dessen Ausstattung entsprechen. Je vielfältiger und naturnaher der Garten oder die Umgebung sind, desto mehr Vögel können sich und ihre Brut ernähren. Für gesellige Arten wie Star und Spatz kann man mehrere Kästen dicht nebeneinander platzieren. Sogar auf einem Balkon. Die meisten Arten mögen jedoch ein wenig Privatsphäre und verteidigen ihr Territorium. Da sollte man besser einen Abstand von 5-10 Metern zwischen den Kästen lassen.

Im Prinzip spielt es keine Rolle, ob die Nisthilfen an Bäumen, Hauswänden oder auf Balkonen angebracht werden. Wenn man beim Aufhängen einige Regeln beachtet, werden sie bestimmt ein voller Erfolg:

  • Zum Schutz vor Fressfeinden und Störungen sollten die Kästen in mindestens 2 Meter Höhe angehängt werden.
  • Das Einflugloch sollte nach Osten oder Südosten zeigen, damit die Brut weder starkem Regen noch extremer Sonne ausgesetzt ist. Hängt der Nistkasten geschützt z.B. unter einem Dachgiebel, spielt die Ausrichtung keine Rolle.
  • Der Bereich vor dem Einflugloch sollte frei sein, damit die Vögel bequem und sicher ein- und ausfliegen können.
  • Zum Befestigen an Stämmen unbedingt Nägel aus Aluminium verwenden. Eisen- oder Kupfernägel können rosten und mit dem Rost Keime und Pilze in den Baum einleiten.