Osterzeit und Ziegenrettung

Ein Bericht von Doreen Huff, erschienen im "mensch & tier" 02/2019

Tierschutz fängt im Kopf an, nicht auf dem Gnadenhof. Deswegen fuhr Christine Geburtig, Leiterin des aktion tier Lottihofs in Seefeld, Anfang des Jahres zur Berthold Brecht Schule nach Schwerin, um mit den Schülern und Schülerinnen der Tierschutz AG über wichtige Themen wie z.B. den Eierkauf zu sprechen.

„Auf dem aktion tier Lottihof leben derzeit 26 ehemalige Legehennen, die aus der industriellen Hühnerhaltung zu uns kamen!“, sagt Christine Geburtig. „Diesen Hennen sieht man an, dass sie eine schlimme Zeit hinter sich haben!“ Deswegen liegt es ihr ganz besonders am Herzen, den Schülern und Schülerinnen zu erklären, worauf sie beim Eierkauf unbedingt achten sollten. „Tierfreunde greifen zu Bioeiern oder Freilandeiern!“, erklärt sie. „Eier aus tierfeindlicher Käfighaltung sollten tabu sein.“

A Auch im Hinblick auf die Osterzeit gab Christine Geburtig von aktion tier den jungen Tierfreunden wichtige Hinweise. Industriell gekochte und bunt gefärbte Eier stammen aus Kostengründen oft von Hennen aus der Käfig-Massentierhaltung oder Bodenhaltung. Da diese Eier im Gegensatz zum ungefärbten Schalenei nicht mit dem Eierstempel gekennzeichnet werden müssen, bleibt ihre Herkunft dem Verbraucher nicht selten verborgen. Daher rät aktion tier grundsätzlich vom Kauf der gefärbten bunten Eier ab. Um das Lernerlebnis abzurunden, bekamen die Schüler und Schülerinnen der Tierschutz AG die Gelegenheit, den aktion tier Lottihof und die ehemaligen Legehennen zu besuchen. Im Gepäck hatten die engagierten jungen Tierschützer eine Spende von 32,83 EUR, die sie durch den Verkauf selbstgemachter Leckereien gesammelt hatten. Die Schüler und Schülerinnen halfen tatkräftig auf dem Hof mit, lernten etwas über die Bedürfnisse von Nutz- und Haustieren und machten anschließend einen Spaziergang mit den Eseln des Gnadenhofes.

Ziegenböcke eingefangen

Ziegenrettung
Die Einfangaktion dauerte über 3 Stunden. Foto: aktion tier Lottihof
Gerettete Ziegen im Stall
Im Stall auf dem Lottihof. Foto: aktion tier Lottihof
Christine Geburtig mit einer der jungen Ziegen. Foto: aktion tier Lottihof
 
 

Mitte März hat das Team des aktion tier Lottihofs zwei junge Ziegenböcke von einem Acker an der Umgehungsstraße in SchwerinWarnitz eingefangen. Bereits seit Freitag hatten besorgte Bürger immer wieder der Polizei als auch dem aktion tier Lottihof von den Tieren berichtet, die sich teilweise gefährlich nah an der Straße aufhielten. Dann bat das Veterinäramt das Team vom aktion tier Lottihof offiziell um Hilfe, und die Mitarbeiter durften die Zwergziegen einfangen. Dies gestaltete sich allerdings recht schwierig, denn die beiden Böcke zeigten sich eher wenig kooperativ.

Nach über drei Stunden hatten es die aktion tier Mitarbeiter dann geschafft. Die Tiere konnten in den mitgebrachten Pferdehänger verladen und sicher zum aktion tier Lottihof gebracht werden. Dort wurden sie tierärztlich untersucht und versorgt. Unklar ist, woher die beiden jungen Ziegenböcke stammen. „Derzeit gibt es keinerlei Hinweise auf den/die Halter/in!“, sagt Christine Geburtig, Leiterin des aktion tier Lottihofs. „Wir sind dankbar für Hinweise, die uns helfen, die Besitzer der beiden Ziegen zu finden!“ Wer dazu Auskunft geben kann, meldet sich bitte direkt auf dem aktion tier Lottihof.

Am 16. Januar wurde der 60. Geburtstag einer Dame aus Schwerin mit ihrer Wandergruppe "Flotte Füsse“ gefeiert. Es gab einen Eselspaziergang, Kaffee und Kuchen und einen Rundgang über den Hof

Foto: aktion tier Lottihof
Foto: aktion tier Lottihof