Sechs Wochen Tierschutzferien

Ein Bericht von Christine Geburtig

Viel erlebt, erlernt, gekuschelt, geholfen, geweint und völlig k.o. – das haben unsere Ferienkids erzählt, als sie nach einer Woche Tierschutzferien von ihren Eltern abgeholt wurden. Dieses Jahr waren wieder Ferienkinder aus ganz Deutschland zu Besuch. Viele neue Gesichter, aber auch Kinder, die jedes Wochenende auf dem Hof mithelfen, waren jeweils eine Woche da.

Für viele war es eine neue Erfahrung in den Ferien zeitig aufzustehen. Unsere Tiere wurden alle gefüttert und Geflügel und Kaninchen aus ihren Ställen gelassen. Danach gab es dann für uns Menschen Frühstück. Nach dem Frühstück zogen alle mit Schubkarren und Mistboys los, um erstmal die Pferde- und Eselunterstände und Koppeln abzuäppeln. Futter wurde vorbereitet, Wasser frisch aufgefüllt, Heusäcke gestopft, Ställe gesäubert usw. Dann war auch schon wieder die Zeit rasch um und es gab Mittagessen und die ersten waren schon völlig kaputt. Also gab es erstmal eine Mittagsruhe, Zeit zum Lesen, Dösen auf einer Decke. Aber dann warteten auch schon die nächsten Aufgaben bei der Tierversorgung. Zwischen durch haben wir uns erst einmal in dem Hofteich abgekühlt oder eine kalte Dusche unter dem Schlauch genossen. Auch die Pferde haben sich bei dieser Hitze über eine kalte Dusche gefreut. Dann war es auch schon wieder soweit, Futter für den Abend zu verteilen, Wasser nochmal überall nachzufüllen und nach dem Abendbrot alle Tiere (Geflügel und Kaninchen) für die Nacht in ihre Ställe zu bringen. Wenn dann alles erledigt war, fielen die ersten Kinder nach schnell Zähne putzen und waschen in ihre Betten.

Gemeinsam im aktion tier Tierheim Roggendorf

Die erste Nacht in der neuen Woche waren die Kinder meist noch recht lange wach, erzählten sich viel und lernten sich besser kennen. Spätestens in der zweiten und dritten Nacht wurden die Gespräche abends schon kürzer und die Augen fielen schneller zu. Der nächste frühe Morgen war ja nicht mehr weit wo die Tiere wieder auf die fleißigen Helfer warteten. Einmal die Woche fuhren wir mit den Kindern ins Tierheim Roggendorf. Wir gingen mit den Hunden spazieren, spielten mit den Katzen und halfen im Katzenhaus mit.

Die vielen Katzen und Hunde machten die Kinder nachdenklich. Wie kann man sich so einfach und unüberlegt ein Tier anschaffen und dann wieder aussetzen oder einfach abgeben… Natürlich war es besonders toll mit den Hundewelpen rumzutoben. Die gibt es ja auf dem Lottihof nicht. Zwar eine Menge Katzenbabys, aber keine jungen Hunde. Besonders behutsam und engagiert waren die Kinder der ersten Ferienwoche. Die Mitarbeiter des Tierheims baten uns vier, besonders kleine Katzenwelpen ohne Mutter mitzunehmen und mit der Flasche weiter auszuziehen. Die Kinder erklärten sich natürlich nach genauer Einarbeitung bereit, dies zu übernehmen. Stolz waren sie, dass wir diese Katzenwelpen am Ende der Ferien kräftig und besonders zutraulich auch schon zum Teil vermitteln konnten.

Wir waren wieder begeistert, dass so viele Kinder fleißig bei der Tierversorgung mitgeholfen haben. So haben sie doch gelernt wieviel Arbeit und Verantwortung in der Tierbetreuung steckt. Das Handy und Fernsehen wurde so gut wie gar nicht benutzt und erst recht nicht vermisst. Viele Kinder sind jetzt neue Stammkinder, das heißt sie wollen jetzt möglichst jeden Samstag zum Helfen kommen. Viele neue Freundschaften sind entstanden und vieles wird die Kinder in den Alltag begleiten, und sie werden ihre Erfahrungen in der Schule oder auch in der Familie weitertragen. Besonders wird wohl den Kindern das Erlebnis im Gedächtnis bleiben, wie glücklich die Hühner aus einer Legebatterie waren, als sie das erste Mal richtig frei laufen konnten. Diese Kinder werden bestimmt darauf achten, nie wieder Eier aus Boden- oder Käfighaltung zu kaufen.